Blockenhüttenbau im Frühjahr und Sommer 1997

Im Herbst '95 wurde uns immer klarer, daß unser alter Bauwagen als Treffpunkt nicht mehr ausreichte, da er zu klein und auch etwas wackelig wurde. Wir begannen deshalb eine Idee weiterzuverfolgen, die uns schon seit mehreren Jahren durch die Köpfe geisterte: "Eine Blockhütte muß her!". Bis Ende '96 war dann der ganze Kram mit Bauplatz (von der Gemeinde), Vorbescheid und Baugenehmigung soweit. Allerdings war's dann schon zu kalt, um das Fundament noch zu betonieren. Während dieser Zeit haben wir das benötigte Geld durch Landschaftspflegemaßnahmen für das Landratsamt verdient und zwei Dachstühle abgebrochen.
Anfang März hoben wir dann den Graben für das Streifenfundament aus, bauten die Schalung und warteten auf wärmeres Wetter um betonieren zu können. In der Zwischenzeit brachten wir unser Holz die 300m von seinem Lagerplatz zu unserem Bauplatz. Die Produkte einer gewissen englischen Autofirma fanden dabei nicht ihre erste Anwendung.
Nach ein paar Wochen glaubten wir es dann wagen zu können. Zum Glück versetzte uns unser Kieslieferant und wir konnten in Ruhe ein paar Tage warten, bis die 10cm Schnee wieder weg waren. Die 2 Kubikmeter Beton haben wir mit einer kleinen Mischmaschine selber gemixt und mit Schubkarren in die Schalung gegossen.

Hüpf und Frosch beim Betonieren
Das größte Problem war 4 t Kies 300m über eine aufgeweichte Wiese zu bringen. Der LKW-Fahrer hatte gekniffen und trotz des Verspechens, wir würden seinen 7.5Tonner schon wieder rausziehen, den Haufen einfach am Ende der Strasse auf den Parkplatz gekippt. Der Anhänger von Bifis Vater wurde von dem, was Hüpf's Zivi-Dienst-Land-Rover so hinter sich warf, etwas schmuddelig.

Der legendäre Holzfäller (wegen der Aufschrift)
War aber alles wasserlöslich ;-) . Daß Herr Brucker beim Anblick dessen, was wir mit seiner Schafweide anstellten, nicht ausflippte, ist uns allerdings, trotz unseres vorher gegebenen Versprechens alles wieder zuzuschaufeln, bis heute nicht ganz erklärlich.
Nach einer guten Woche trauten wir uns dann die Schalung abzureissen. Nun mußte die Platte, auf der später unser Ofen stehen soll, an der richtigen Stelle innerhalb des Fundaments positioniert werden. Wir hatten sie ausserhalb gegossen, um nicht die Schalung mit einbetonieren zu müssen. Mit einem Land Rover, ein paar Seilen, einem High Lift und einigen Rundhölzern kein Problem. Danach legten wir noch die Balken, die später den Boden tragen. Das Sägewerk war nun auch mit dem seit einigen Wochen bestellten Balken für die Wand fertig und wir fuhren am Freitag hin um sie noch selbst durch die Hobelmaschine zu schieben. Der Sägler war dann noch so nett, uns das ganze bis auf den Bauplatz zu fahren. Am Samstag richteten wir dann alle Balken so her, daß wir sie nur noch aufzubauen brauchten. In der Fachsprache nennt man das Abbinden.

Franz, Bifi, Beule, Zwi und Ling beim Abbinden der Wandbalken. Im Hintergrund Bifis Vater.

Den Donnerstagabend und Samstag darauf ging's dann mit dem Aufbau weiter.

Zwi, Beule, Ling, Joram, Frosch und Franz beim Aufbau.

Am Sonntag war dann vorübergehend alles weiß, was aber nichts schadete, da wir die Nachbarn sowieso nicht zu sehr mit Lärm belästigen wollten.


Gut zwei Wochen später waren wir dann beim Dachstuhl angelangt. Ab der Wandoberkante ging der Aufbau etwas langsamer, weil das Holz hierfür noch nicht hergerichtet war. Für die Deckenbalken kam bereits Abbruchholz zum Einsatz.

Der Dachstuhl ist drauf.

Dann folgte die Dachschalung. Anstatt Dachpappe verwendeten wir dicke Plastikfolie, die wir sowieso rumliegen hatten. Das Eindecken ließ dann etwas auf sich warten, da wir noch keine Dachplatten hatten. Zufällig bekam ich dann mit, daß ein Bekannter von mir ungefähr 700 übrig hatte. Also nicht wie hin und mein Auto vollgeladen. Es war das erste mal, daß er merklich beladen aussah - kein Wunder bei einer Tonne Zuladung.
Das Eindecken ging recht schnell, nur stellte sich unsere Befürchtung, die Platten könnten nicht reichen, bald als wahr heraus. Einige Tage später kam allerdings Herr Redel, ein Bauer aus der Nachbarschaft, vorbei und meinte er hätte noch welche übrig, die wir haben könnten.
Den Juni verbrachten wir dann mit dem, was die meiste Arbeit macht: Kleinkram. Fensterläden bauen, Decke einziehen und isolieren, die untere Lage Bretter für den Boden einbauen, Tür und Fenster einpassen.Im July ging's in diesem Stil weiter, allerdings kann ich dazu nicht viel erzählen, da ich die meiste Zeit im Urlaub war. Der Brennesselurwald hinter der Hütte war jedenfalls nicht mehr da, als ich wiedergekommen bin. Im August war dann absolut Sendepause, weil die meisten von uns in Schweden auf Fahrt waren und ich allein auch nicht so recht Lust zum Arbeiten hatte.
Nach den Ferien ging es dann mit Fußbodenlegen und Schweissen von schweren Rigeln für die Fensterläden weiter. Im Oktober befaßten wir uns mit dem Bauen eines Steigbaumes, der zum Dachboden hinaufführen soll, dem Austemmen von hölzernen Dachrinnen, Bau und Verputzen des Kamins und dem Fließen der Ofenplatte.

Nun habe ich hier lange nicht mehr weitergeschrieben. Inzwischen haben wir noch einen kleinen Holzschuppen (Mut zur Schräge!!) gebaut und allen möglichen Krimskrams wie Regale, Garderobe usw. in die Hütte eingebaut. Im Winter 2000/2001 haben wir sogar eine Solarzelle installiert. Jetzt gibt's wenigstens Licht, wenn man's braucht, auch wenn Kerzen gemütlicher sind.


Zum Schluss möchten wir uns noch bei allen bedanken, die uns geholfen haben.

Die Fotos auf diesen Seiten sind Eigentum von Franz Parzefall. Wenn ihr sie irgendwo verwenden wollt fragt vorher per email

zurück zu Franz Parzefall's Homepage

zurück zur Murmeltier-Homepage