3teiliges Splitboard im Eigenbau

Die Idee war erst mal das Rad Air Tanker, dass mir Christoph wegen seines Kantenschadens (das Brett nicht der Christoph!) spendiert hat, in drei Teile zu sägen, wieder zusammenzuschrauben und erst mal zu schauen, ob's noch gut genug fährt.

Am Mittwoch den 30.April hat mir ein Freund von Christoph das Board von München nach Rosenheim gebracht. Noch am späten Nachmittag hatte es dann schon den Kampf gegen meine Stichsäge verlohren. Kurz danach kam noch der Fred vorbei, um mir die Plastikklötze zu den Voilé-Bindungs-Slidern (Dank an Gregor!!) zu bringen, die er für mich gefräst hatte (megafetter Dank an dieser Stelle!!!). Wie ich um 11Uhr nachts dann das Handtuch geworfen hab, war das Board schon wieder mit 4 Alu-U-Profilen zusammengeschraubt und die Mittelteile der Pugs (Plastikklötze über die die Slider geschoben werden) schon wieder drauf. Bis Sonntag Abend waren dann auch die Inserts zum Festschrauben der äusseren Pugs sauber ins Board eingeklebt und die Schnittkanten zumindest provisorisch lackiert. Am Montag den 5.Mai 2003 bin ich dann bei 30° Hitze ins Winkelkar zum Testen. Der Restschnee war recht weich, so dass man über die Fahreigenschaften nicht soviel aussagen konnte, aber es ist zumindest nichts negativ aufgefallen. Ich hatte auch nicht das Gefühl das sich die Einzelteile gegeneinander bewegen.

Am 14.Mai waren dann noch der Gregor und der Dave von Voilé bei mir. Was wir in den 1½ Stunden in meiner Werkstatt alles besprochen haben, ist ein wenig zu viel, um hier aufgeschrieben zu werden, aber es hat mir jedenfalls Mut gemacht an der Geschichte dranzubleiben.

Zum Konzept der Verbindungen ist mir schon eine ganze Menge eingefallen, was ich über den Sommer mal bauen werde und baldmöglichst ausprobieren werde.

Quer verbinden wollte ich die 3 Boardteile an 4 Stellen. Zuerst mal an den Bindungen und dann noch vorn und hinten. Direkt da wo der Knick zu Nose bzw. Tail ansetzt. Hier kann sich das Board wegen der Biegung nach oben sowieso nicht quer durchbiegen. Da ändere ich also nichts am Fahrverhalten. Wenn man nun das Torsionsverhalten (Verdrehung für mechanisch Unbedarfte) anschaut, merkt man dass sich die Schnittkanten gegeneinander nach oben und unten bewegen. Das wollte ich durch kleinere Verbinder mit geringer Seitenausdehnung verhindern.


April 2004:
Über den Winter hab ich das ganze nochmal umgebaut, weil die erste Version der Verbinder etwas umständlich zu handhaben war und ausserdem einige verliehrbare Teile hatte, was ich prinzipiell nicht für gut halte.

Das Board fährt sich eigentlich ganz gut, d.h. man hat nicht das Gefühl, dass sich die einzelnen Teile gegeneinander bewegen, nur war das Board von Haus aus schon zu weich. Das war allerdings schon klar, bevor ich es zersägt hab.


Nachtrag:
Mittlerweile hat sich herausgestellt, dass die beiden, die das Jester-Board entwickelt haben, Inhaber eines Patents auf die ganze Sache sind. Deshalb sind vorerst alle kommerziellen Ambitionen auf Eis gelegt. Ich werde mir trotzdem fuer den Eigengebrauch einen 3-Teiler bauen, da dies nicht vom Patent betroffen ist.


Da meine Werkstattmöglichkeiten doch einigermaßen beschränkt sind, hab ich mir inzwischen vom Markus, mit dem ich die 3-Teileridee schon seit langen diskutiere, ein Burton Cascade, dass ich im Herbst 2004 güstig gekauft hab, umbauen lassen.

Die Slider, Nosehooks und Steighilfen sind von Voilé, die Aluverbinder und Plastikunterteile der Slider von Markus. Die Schnittkanten sind mit Glasfaser und Epoxidharz auflaminiert, damit kein Wasser in den Kern kann. Um beim Aufstieg Gewicht an den Füssen zu sparen hab ich die Dynafitbindungen von meinen Klappschi statt der Voilé-Backen, in die man die Slider zum Aufsteigen einhängt, montiert. Deswegen muss ich allerdings den vorderen Slider verkehrt herum aufschieben, was aber nichts macht, da ich ihn beim Aufstieg nicht brauche.

Das Fahrverhalten hat sich durch den Umbau nicht merklich geändert. Was allerdings beim Aufstieg zu merken ist, dass das Brett relativ weich ist, d.h. die "Schi" könnten mehr Spannung haben. Markus und ich denken deshalb gerade über Druckplatten nach, mit denen man nur beim Aufstieg die "Schi" steifer machen kann.

Das Board hat jetzt einige Touren auf dem Buckel und ich bin damit bis auf die Weichheit der Schi absolut zufrieden.

Wenn Du soetwas auch bauen willst schau bitte erst mal die recht ausführlichen Diskussionen im Snowboard-Touren-Forum durch. Da toben sich ausser dem Markus (aka. burton) und mir noch einige andere von der Snowboardindustrie vernachlässigte Selbstbauverrückte aus.

Noch ein paar Bilder:


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Handhacked by Franz Parzefall 27.3.2005