Samstag 7.12.2002:
Hochfügen. Eigentlich hatten wir gedacht die Lifte gingen noch nicht,
aber das war leider nicht so. Deshalb sind wir hintenrum zum Schigebiet
rauf und über die Piste wieder runter. Schneelage war besch.... Unter
2000m nur 10cm Pulver auf nix. Piste trotz Kunstschnee steinig.
Samstag 11.1.2003:
Immer noch fast kein Schnee. Touren in den Voralpen sind definitiv nicht drin.
Jedenfalls nicht ohne Uraltboard und Gehörschutz.
Entscheiden uns für den Steinbergstein. Wider Erwarten ist die Schneemenge halbwegs ok,
nur kurz unter dem Gipfel zieht eine Rippe quer durch den Hang und hier
hat's keine Unterlage und eine ganze Horde Steine, die unter dem Powder
auf mein Board lauern. Natürlich bin ich auch noch der erste, der
drüberheizt. AUA! Die oberen Hänge sind trotzdem traumhaft.
Sonntag 19.1.2003:
Sonnspitze und Staffkogelgrat.
Schollenpulver an der Sonnspitze und saugenialer Powder am Staffkogel.
Erstaunlich wenig Steine. Keine Schrammen im Board. 1400m Höhenmeter
die sich alle gelohnt haben. Stau beim Heimfahren.
Samstag 25.1.2003:
Schnelle Vormittagstour auf die
Brünnsteinschanze.
Als wir aufsteigen, noch unverspurter Powder. Aber die Stockspur sagt
dem alten Trapper, dass mindestens 15 Leute schon rauf sind. Als wir
oben ankommen brechen die ersten gerade los. Aber es ist immer noch
genug übrig für uns. Die Karawane die uns entgegen kommt, hat
allerdings nicht mehr so gute Karten.
Sonntag 26.1.2003:
Gehen von der Lederstube bei Frasdorf ins Hochriesgebiet. Am Heuraffelkopf
stellt sich heraus, dass ich meinen Imbusschlüssel verschmissen habe
(der findet sich abends ganz unschuldig unten im Rucksack) und
meine Klappschi nicht zusammenklappen kann. Zu allem Überfluss hat sich
auch noch eine der Spannschrauben gelöst (war wohl nicht richtig festgezogen).
Ich entscheide mich schweren Herzen wieder abzufahren, da ich mit einem
zusammengeklappten und einem ganzen Schi kaum wieder wo raufkomme.
Meine Bedenken bezugs der Abfahrt sind berechtigt. Enge, saumässig bucklige
Schneissen und Fahrwege. Absolut nichts für Anfänger auf dem Board.
Aber der Schnee ist einfach genial und die Lattenrutscherspuren lassen sich auch
noch gut ignorieren.
Donnerstag 30.1.2003:
Lodron. Wir glauben leider der Karte und
suchen die Waldschneisse, die angeblich
vom Kraftwerk Zwiesel (Kelchsau) hinaufführt. Übler Waldfünfer.
Oben hat's dann mittelprächtigen Schnee. Harschdeckel vom Regen anfang der Woche
und 10cm verwehten Pulver. Die Spur ist kaum zu sehen und weil der Luggi mit
seinen kurzen Rutscherln in meiner Spur eh noch durchbricht, ist für mich ein
bischen Austoben angesagt. Zu fahren ist der Schnee dann erstaunlich gut. Nur schade,
dass es unten doch recht viel Strasse ist.
Samstag 1.2.2003:
Spitzstein bei absolutem Traumpowder
und Sonne. Da können nicht mal die 40 Leute
auf dem Gipfel stören. Der Gipfelhang muss gleich zweimal her.
Sonntag 2.2.2003:
Tagweidkopf. Schon recht verspurt vom
Vortag (wunder!) aber im Gipfelhang hat's auf
der einen Seite eine ganze Menge neuen Schnee reingeweht, der echte Powderfreude
aufkommen lässt, bevor es in den Krautacker der unteren Hänge geht.
Samstag 8.2.2003:
Breitenstein. Sauguter Schnee, aber oben
ganz schön heftiger Wind. Der Gipfelhang war relativ ausgeblasen, sonst
40cm allerfeinster Powder. Irgendwie war ausserdem Boardersession. Wir waren schon
zu dritt und ausser uns waren's noch mal mindestens 10 andere. Die meisten mit
Schneeschuhen (Mitleid!).
Sonntag 9.2.2003:
Seewand. Relativ wenig los,
obwohl es teilweise sonnig ist. Der Schnee hat
südseitig schon einen heftigen Stich und die meisten Lattenrutscher fahren
getreu dem alten Panzerfahrermotto "breit fahren schmal denken" ;-)
Mit dem Board geht's echt gut und die neidischen Blicke sind garantiert. Nur die
Querung unterhalb von der Seilbahnstation ist zu flach angelegt und da der Schnee
einfach grundlos ist, muss ich wegen schlappen 100m nochmal umbauen.
Samstag 16.2.2003:
Grosser Traithen. Aufstieg über das
Steilnerjoch. Die Abfahrt vom Grat ist schon ziemlich platt. Wir fahren deshalb
vom Gipfel Richtung kleiner Traithen ab (noch übler zerfurcht) und biegen
baldmöglichst nach rechts in die erste Rinne ab. Super Powder, knappe 40°
und nur 3 Spuren drin. Spaß bis zum Anschlag!
Sonntag 17.2.2003:
Auf dem Weg ins Pitztal den Joel noch mitgenommen. Leicht neblig und übelst
kalter Ostwind. Der Schnee ist schon ziemlich verharscht und auch mit dem Board
nicht mehr witzig.
Dienstag 18.2.2003:
Glanderspitze (Venet W-Gipfel) im vorderen Pitztal. Gehen nicht ganz rauf,
weil uns die Lawinensituation nicht so gut gefällt. Bei der Abfahrt
stellt sich die Triebschneemenge als deutlich weniger als befürchtet
heraus.
Donnerstag 20.2.2003:
Nochmal Glanderspitze. Diesmal bis ganz oben. Immer noch Pulver trotz des SW-Hangs.
Weiter unten dann schon recht pappig aber noch gut zu fahren.
Freitag 21.2.2003:
Weil's so schön war und weil man direkt vom Quartier aus starten kann, nochmal.
Vier Tage auf der Gallfallalm im Gsiesertal (Südtirol):
Samstag 1.3.2003:
Karbacher Berg (Gsiesertal). Wenig Schnee. Südseitig bis 1700m aper, teilweise
Schwimmschnee mit hartem Deckel, teilweise bockhart. Nicht so das Fahrvergnügen.
Sonntag 2.3.2003:
Ochsenfelder (Gsiesertal). Der Schnee ist immer noch genauso besch... . Dafür
ist's die Sicht diesmal auch.
Montag 3.3.2003:
Südlicher Vorgipfel der Regelspitze (Gsiesertal). Der Gipfelhang ist bockhart
und ziemlich steil. Mit seit 4 Jahren nicht geschliffenen Kanten schon recht
grenzwertig. Weiter unten wieder der allseits beliebte Schwimmschnee.
Dienstag 4.3.2003:
Hoher Mann (Gsiesertal). Oben wieder hart, weiter unten firnt es schon ein wenig auf.
Samstag 15.3.2003:
Lämpersberg. Nach einem Wochenende
Krankheitspause endlich wieder in der Spur, und das ordentlich flott. Das Wetter
ist halbwegs gut, nur oben hängt eine Wolke. Vielleicht will die
aber nur verdecken, dass das Durchschnittsalter am Gipfel zeitweise deutlich
jenseits von 50 gelegen haben dürfte. Der Schnee ist eigentlich ganz gut,
nur unten schon etwas zerfurcht. Bei der Abfahrt treffen wir noch einen
verirrten Boarder mit 3 Schifahrern im Schlepp.
Sonntag 16.3.2003:
Winkelkar. Eigentlich wollten der Sepp und
ich ja die grosse JDAV-Boardersession organisieren, aber dann sind wir doch nur
3 Boarder und 4 Schifahrer. Wir sind zwar nicht die ersten, die losgehen, aber die
letzten zwei Hänge müssen wir selber spuren. Bei der Aussicht auf einen
Ritt auf 30cm jungfräulichen Powder beileibe keine Stafe. Schon gar nicht als
auf den letzten Metern noch die Sonne rauskommt. Selber schuld, wer da nicht
dabei war!
Samstag 22.3.2003:
Steinbergstein. Gutes Wetter, sauguter
Firn und Schnee bis zum Parkplatz. Was willst mehr?
Sonntag 23.3.2003:
Aufstieg zur Lizumer Hütte (Samstag auf Sonntag war's schon voll). Geh noch ein
Stück Richtung Torwand (bis ca. 2650m) und fahre eine geniale Rinne zum Melkboden
hinunter. Sausteil und 4cm bester Firn.
Montag 24.3.2003:
Geier (2857m). Die Abfahrt bis zur Scharte ist komplett verpistet, aber der Nordhang des
Pluderling verspricht noch komplett unverspurten Powder. Also 10 Minuten über
den aperen Grat marschiert und rein ins Vergnügen. Weiter unten dann immer
mehr Spuren, aber es findet sich immer noch ein Stückchen unberührter
Schnee. Das Flachstück zurück zur Hütte ist dank der Pistenraupe des
österreichischen Bundesheers erstaunlich gutmütig.
Dienstag 25.3.2003:
Abfahrt ins Tal über den Mölser Berg. Der Schnee ist auch hier noch ganz
passabel und die Forststrasse bis 200m vor das Lager Walchen befahrbar.
Gruss an die beiden Boarder (aus Innsbruck?), die wir bei der Abfahrt getroffen haben!
Samstag 5.4.2003:
Grosser Galtenberg. Aufstieg über die Westseite bis zur Schulter (ca.2000m).
Der Rest bis zum Gipfel ist wie üblich verblasen. Ostseitig hat's kräftige
Triebschneeablagerungen. Die ersten 400m hinunter hat's noch sauguten Powder, dann
wird's immer pappiger, weil die Sonne runter brennt was geht. Trotzdem nochmal eine
ganz schöne Tour.
Samstag 12.4.2003:
Über's Eggersgrinn auf die Pyramidenspitze.
Im Kar hat's superguten Powder. Die alten Lawinenbollen sind komplett zugeschneit und
die neuen sind so weich, dass sie nicht stören. An der Einfahrt zur oberen
Steilstufe hat's ein paar Steine freigeblasen, aber die lassen sich links rum umgehen.
Um's kurz zu sagen: so gut ist das Eggersgrinn selten. Der Schnee langt sogar bis
zum Parkplatz. Obendrein haben wir nur ganze 6 Leute getroffen.
Sonntag 13.4.2003:
Kraxentrager (Hochfügen).
Eigentlich wollten wir ja zuerst auf den Marchkopf,
nur der hat westseitige Hänge und da hat die Sonne schon gut reingeschaut. Die
Abfahrt vom Kraxentrager ist dagegen nordwestseitig und ziemlich schattig. Die
weiten Hänge halten auch bei der Abfahrt, was sie schon beim Aufstieg versprochen
haben. Powder vom allerfeinsten. Endorfin, Adrenalin und eine gute Portion Sauerstoff;
Boarder was willst Du mehr? (Ich bin zwei Tage danach immer noch high)
Hoffentlich wird's Ostern jetzt nicht zu warm, sonst war das die letzte Tour.
Freitag 25.4.2003:
Steigen von Obergurgl zur Langtaleckhütte auf. Da wir uns mit
der Fahrzeit etwas verkalkuliert haben und erst um 19:15 losgehen,
pressiert's etwas.
Samstag 26.4.2003:
Eigentlich wollten wir ja auf den mittleren Seelenkogel. Wir haben aber die
Aufstiegsvariante gewählt, die erst Richtung
Eiskögele führt und als wir
dann die Querung einsehen, sind da schon einige von den Schotterrücken aper.
Wir gehen deshalb lieber weiter zum Eiskögele, queren aber dann nicht nach
links auf die Scharte, sondern nach rechts auf den Rücken, da das eine
bessere Abfahrt verspricht. Der Schnee ist gut. Von ein wenig Powder auf
Harsch bis Firn alles da. Der letzte Hang zur Hütte ist schon recht weich.
Sonntag 27.4.2003:
Das schlechte Wetter der Nacht hat satte 5cm Neuschnee gebracht. Wenigstens
reisst es während des Aufstiegs zur Eiskögelescharte auf. Wir sind
die einzigen am Berg. Von der Scharte fahren wir NO-seitig ins Rotmoostal ab
(Über Fred's kleines Malleur mit den Fellen sag ich jetzt nichts ;-).
Die oberen Hänge sind ein Traum: 20cm Pulver. Weiter runter wird's immer
harschiger, was mit dem Board aber nichts macht. Kurz bevor man ins Rotmoostal
einsieht wird's dann sulzig. Fast der ganze Hang ist entweder abgegangen oder
mit Lawinenkegeln bedeckt. Ist aber trotzdem ganz ok und von oben kommt auch
nichts mehr (ist eh alles schon unten). Die 300m durch den Talgrund sind der
totale Brei. Sulz bis über's Knie. Nur gut, dass der kleine Bach teilweise
schon schneefrei ist und man im Bachbett laufen kann. Als wir dann bei der
Schönwieshütte den Weg vom Schigebiet zur Langtaleckhütte
erreichen bin ich trotzdem fix und alle. Die Piste ist dann auch nimmer
in allzu tollem Zustand.
Montag 5.5.2003:
Eigentlich ist ja schon Sommer. Draussen hat's gut 30°C und alles
ist grün. Aber was soll man machen, wenn man sich in den Kopf
gesetzt hat zu zeigen, dass 3-teilige Tourenboards auch mit guten
Fahreigenschaften hinzukriegen sind und das Ding gestern Abend soweit
fertig geworden ist, dass man es fahren kann. Also: Um halb 3 von der Arbeit heim,
den Krempel ins Auto und ab nach Österreich. Irgendwie komme ich mir
schon etwas skurril vor, wie ich mit dem Board auf dem Rucksack und in
kurzer Hose zwischen blühenden Bäumen, grünen Wiesen und
Blumen das Tal zum Winkelkar hinaufschwitze.
Ich treffe zum Glück nur einen Bergsteiger, aber der schaut mich an
wie ein Auto. Ab dem Boden oberhalb der Winkelalm gibt's die ersten Schneefelder.
Ich steige immer noch mit Turnschuhen nach links bis zu einem grossen Block
kurz unter den Felsen hinauf und ziehe dort die Stiefel und die Gorehose an.
Viel weiter trau ich mich aber nicht, weil aus den Wänden weiter
rechts hin und wieder Steinschlag kommt. Der ist zwar recht weit weg, aber man weiss
ja nicht. Der Schnee ist nimmer besonders, aber dafür ist die Abfahrt zu
kurz. Grad mal so 100 Höhenmeter. Aber das Board fährt sich gar
nicht übel. Das wäre OK. Jetzt kann ich über den Sommer an
der Verriegelungsmechanik weiterbasteln.